Stadtverband der Gehörlosenvereine Dortmund 1948 e.V.

 

 

Ausführliche Chronik

 

 

Beim Wiederaufbau der Dortmunder Vereine nach dem Krieg

1946 fand 1947 eine Durchführung der ersten größeren Gehörlosen- Ausstellung statt.

Im Jahre

1948 wurde dann eine Gründung des 1. Stadtverbandes von Deutschland durch Franz Ornowski, Heinrich Feuerbaum, Erich Rohde, Julius Kiegelmann, Karl Krumm, Josef Niehüser und Gerhard Reich (hörend) vollzogen. Franz Ornowski übernahm den Vorsitz. Im gleichen Jahr erlebte man einen starken Mitgliedszuwachs. Ein Verbindungsmännersystem war in Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden durch den Geschäftsführer Heinrich Feuerbaum eingeführt worden.

Alle Vereine schlossen sich

1949 zum „Gehörlosenverband der Rheinisch- Westfälischen Gehörlosenvereine" zusammen mit Sitz in Dortmund. Das Protektorat über den Stadtverband übernahm der Hörende Oberstadtdirektor von Dortmund Wilhelm Hansmann. Man begann mit der Errichtung einer Berufsschulklasse für das Metallhandwerk (Beginn in Dortmund, Bielefeld und Burgsteinfurt) sowie eine Gewerbeschulklasse. Zum gleichen Zeitpunkt wurde ein Gehörlosenheim errichtet. Dem Stadtverband traten der Gehörlosen Turn- und Sportverein Dortmund 1917 e.V., der Allgemeine Gehörlosenverein Dortmund 1886 e.V. und der Katholische Verein Dortmund 1910

bei. Durch die Initiativen vom Oberstadtdirektor Hansmann konnte die Gewährung des

Schwerbehindertenausweises für Gehörlose gewährt werden.

1 Jahr später, also im Jahre

1950, war eine Lehrwerkstätte im Hüttenwerk Hoesch in Dortmund- Hörde errichtet worden zur Ausbildung junger, gehörloser Menschen zu Industriefacharbeitern. Vom Stadtamt Dortmund wurde dem Stadtverband eine Genehmigung erteilt zur Überlassung des Grundstücks wegen Errichtung neuer Wohnsiedlungen. Erstmals war das bewährte Verbindungsmännersystem in ganz Nordrhein- Westfalen eingeführt worden. Das Deutsche Gehörlosen Theater trat mit der Gründung in den Stadtverband ein sowie die Gehörlosen Kegelgemeinschaft Dortmund.

Nach langen Verhandlungen war

1951 der Bau einer Gehörlosenschule in Dortmund durch den Landschaftsverband Westfalen- Lippe freigegeben worden. Die Stadt Dortmund bewilligte einen hohen Geldbetrag und stellte ein Grundstück zur Verfügung, um ein Altersheim- und Lehrlingsheim bauen zu lassen. Im gleichen Jahr hatte das Theater ihre erste Aufführung in Dortmund. 1952 war eine Führerschein- Ausbildung für Gehörlose und Schwerhörige eingeführt worden

Im Jahre

1953 erfolgte eine Grundsteinlegung mit Baubeginn der Wohnsiedlungen in Dortmund (Nähe Fredenbaum) durch Unterstützung von staatlichen Mitteln. Die Gehörlosen Vertriebenen- Gemeinschaft Dortmund schloß sich als Mitgliedsverein dem Stadtverband an und trat ein.

Bei einer Generalversammlung mit Wahlen des Jahres

1953, war Franz Ornowski als

1. Vorsitzender wiedergewählt worden mit Durchführung von Satzungsänderungen. Eine hauptamtliche Fürsorgerin wurde eingestellt. Der Kath. Verein Dortmund 1910 trat aus dem Stadtverband aus und wurde selbstständig.

Mit der Baugenehmigung für die Gehörlosenheime war es nun

1956 soweit. Das Gehörlosen

Theater Dortmund wurde umbenannt in „Deutsche Gehörlosen Theater".

Die Wohnsiedlungen waren

1957 fertiggestellt worden und die Heime nun bezugsfertig. 1958

begann man mit einer Einrichtung eines Volksbildungswerks und einer Volkshochschule für

 

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Gehörlose mit der Direktion der Gehörlosenschule durch Heinrich Feuerbaum. Er baute die Deutsche Gehörlosen Theater auf, förderte und unterstütze es zur besonderen kulturellen Betreuung der Gehörlosen. Durch seine Initiative erfolgte eine Zentralisierung der Berufsausbildung für gehörlose Lehrlinge mit Unterbringung dieser im Lehrlingsheim in Dortmund- Eichlinghofen

sowie erstmalige Unterbringung älterer Gehörlosen in einem Gehörlosen Altenheim.

Im Jahr

1959 war Der Sozialreferent Gerhard Reich (hörend) zum Ehrenmitglied des Stadtverbandes ernannt worden wegen seiner großen Verdienste für die großen Interessen, für das Wohl der Gehörlosen und für die Schaffung des Alters- und Lehrlingsheimes in Dortmund- Eichlinghofen. Durch eine Krise dann mußte 1960 sämtliche Wohnheime und Wohnsiedlungen an die Stadt Dortmund übergehen.

Das Deutsche Gehörlosen Theater trat

1964 aus dem Stadtverband aus. Aus Alters- und Gesundheitsgründen legte der 1. Vorsitzender Franz Ornowski im Jahre 1966 sein Amt nieder. Heinz Swambat übernahm den Vorsitz.

Der Gehörlosenverein „Mengedia" erklärte dem Stadtverband

1976 seine Eintrittserklärung. Die

Erstmalige Errichtung einer Schreibtelefonzentrale für Gehörlose fand in der Taxi- Zentrale

1983

in Dortmund statt. Der Schulverein der Eltern und Freunde der Westfälischen Schule für Gehörlose erklärte seinen Beitritt in den Stadtverband. 2 Jahre später, im Jahre

1985, fusionierten der Stadtverband und der Schulverein zu einem Gehörlosen Förderverein mit Einzug in das Gehörlosenzentrum auf der Lindemannstr. 66-68 in Dortmund. Hier begann auch die Einrichtung eines Seniorenclubs (Altenstube). 1986 war der Kath. Verein Dortmund 1910 eingetreten.

Die Einrichtung einer Dolmetscherzentrale für Gehörlose war

1987 vollzogen worden. Manfred Klute löste Heinz Swambat als 1. Vorsitzenden ab, während im gleichen Jahr der Dortmunder Gehörlose Skatclub seine Gründung vollzogen hat. Im Jahre 1988 feierte der Stadtverband 40 Jahre Bestehen. Es wurde eine Jubiläumsfeier veranstaltet und Heinz Swambat wurde geehrt. Für seine langjährige Vorstandstätigkeit ernannte man ihn zum Ehrenvorsitzenden.

1991

wurde der Gehörlosen- Förderverein umbenannt in „Zentrum für Gehörlosenkultur". 1993 erweiterte der Skatklub seine Mitgliedsschaft und gründete zusätzlich eine Rommeabteilung.

1995

war das Zentrum für Gehörlosenkultur samt Stadtverband umgezogen worden in ein neues Zentrum zur Huckarderstr. 2-8 in Dortmund. Rainer Piering war zum 1. Vorsitzenden gewählt worden. Die „Mutter und Kind- Gruppe" trat 1997 dem Stadtverband bei.

Das Jahr

1998 war für den Stadtverband ein besonderes Jahr, denn er feierte 50 Jahre Bestehen, verbunden mit einer großen Jubiläumsfeier, die 2- tägig im „Parkhaus Barop" stattgefunden hat.

Bei einer Mitgliederversammlung des Zentrums für Gehörlosenkultur im Jahre

2001 wurde Ivan

Rupcic als Nachfolder von Rainer Piering als 2. Vorsitzenden des ZfGK gewählt.

1 Jahr später, also im Januar

2002, war Rainer Piering nicht mehr bereit, sein Amt als 1. Vorsitzenden im Stadtverband weiterzuführen. So übernahm gezwungenermaßen Ivan Rupcic auch dieses Amt. Zu diesem Zeitpunkt ging es dem ZfGK wirtschaftlich sehr schlecht. Die Stadt Dortmund hatte hohe Schulden, war nicht mehr in der Lage, in vollem Umfang das ZfGK finanziell zu unterstützen. Also wurden Abstriche gemacht und Geldzuwendungen sehr eingeschränkt. Aus diesem Grunde waren nun auch die Gehörlosen davon betroffen. Sämtliche Räumlichkeiten im ZfGK konnten dem Stadtverband nicht mehr kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Das ZfGK war gezwungen, Mieteinnahmen zu erzielen. Auf Grund der zu hohen Mietkosten war der Stadtverband nicht in der Lage, diese aufzubringen. Rupcic schloss demnach mit dem ZfGK einen einjährigen Mietvertrag ab über die Nutzung des Kommunikationskaffees (Treffpunkt).

Alle Vereinsräume und Archivkeller mußten aufgelöst werden.

 

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Auf Grund der umgeänderten Wirtschaftslage im ZfGK war der Stadtverband und den angeschlossenen Vereinen gezwungen, im Sommer

2004 in das Soziale Zentrum umzuziehen. Dort waren 2 Büros- und Aufenthaltsräume zu tragbaren Mietkosten zur Verfügung gestellt worden.

Im Herbst

2005 konnte auch das Stadtverbandsbüro aus Kostengründen nicht mehr gehalten werden. So zog man um ins Vereinsbüro, das dementsprechend eingerichtet wurde, damit, alle Vorstandspersonen deren Arbeiten dort verrichten konnten. Für die Bewirtungsaufgaben wurde zusätzlich ein Keller gemietet.

Im Januar

2006 fand eine Ordentliche Mitgliederversammlung mit Wahl statt. Fritz Salomon (Beisitzer) und Frank Laubenburg (Geschäftsführer) stellten sich nicht mehr zur Wahl. Ivan Rupcic wurde als 1. Vorsitzender wiedergewählt, der gleichzeitig die Geschäftsführung übernahm. Rainer Piering wurde als Kassierer wiedergewählt sowie Harald Fiebich und Jürgen Podehl als Beisitzer. Dieter Würfel ist als erstmals als neuer Beisitzer gewählt worden. Im Sommer 2006 war Fredi Merder kommissarisch auf Wunsch des 1. Vorsitzenden in den Vorstand berufen worden.

Der Dortmunder Gehörlosen Karnevalsverein DOGEKAGE beschloss bei einer Versammlung im

Herbst 2007 den Fortbestand des Vereins mit einer Neuwahl Anfang 2008.

Im August 2008 feierte unser ältester Gehörloser Stadtverband Deutschlands genau 60 Jahre

Verbandsbestehen im ZfGk mit großem Erfolg.

Im Januar

2010 wurde im Sozialen Zentrum ein neuer Vorstand gewählt. Ivan Rupcic stellte sich nicht mehr zur Wahl. Edith Stollmann wurde 1. Vorsitzende neu gewählt. Stellvertretene Vorsitzende für die öffentliche Arbeit ist Marietta Schumacher neu gewählt worden. Stellvertretener Vorsitzender für das Finanzwesen wurde Rainer Piering wiedergewählt sowie Jürgen Podehl für die Bewirtung und Allgemeine Hilfe. Stellvertretene für die Vereinskoordinatorin und Protokollführerin Melanie Schneider ist neu gewählt worden sowie Armin Reddig für die Festausschußleiter und Allgemeine Hilfe.

Katholischen Gehörlosenverein Dortmund ist jetzt durch eine Wiederaufnahme als Mitglied im Stadtverband der Gehörlosenvereine Dortmund, wo der Kath. Verein im Jahre 2008 ausgetreten wurde.

Im Jahr 2012 legten Marietta Schumacher und Melanie Schneider ihr Amt als Stellvertretene

Vorsitzende nieder. Kommissarische Nachfolger sind Christian Enk und Bernd Witting

Erstellt:

01.02.2012

(Edith Stollmann)

 

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